Inhaltsverzeichnis
- Warum Digitalisierung im Vertrieb kein Trend, sondern Pflicht ist
- Die Zahlen aus dem DACH-Raum
- Typische Digitalisierungsdefizite im KMU-Vertrieb
- 1. Keine zentrale Kundendatenbank
- 2. Manuelle Lead-Nachverfolgung
- 3. Keine Pipeline-Transparenz
- 4. Zeitfresser Administration
- 5. Kein Reporting, keine Lernkurve
- Die 4 Säulen der Vertriebsdigitalisierung
- Säule 1: CRM-System als zentrale Datenbasis
- Säule 2: Automatisierung von Routineaufgaben
- Säule 3: Reporting und datengestützte Steuerung
- Säule 4: Integration bestehender Werkzeuge
- Praxisbeispiel — Vertriebsdigitalisierung mit Salesforce
- Schritt 1: Prozesse analysieren und abbilden
- Schritt 2: Daten konsolidieren und bereinigen
- Schritt 3: CRM konfigurieren und automatisieren
- Schritt 4: Team schulen und Go-Live begleiten
- Checkliste: Ist Ihr Vertrieb bereit für die Digitalisierung?
- Nächster Schritt: Ihren Vertrieb digitalisieren
- Häufig gestellte Fragen
Vertrieb digitalisieren bedeutet, manuelle Verkaufsprozesse — von der Lead-Erfassung über die Angebotsverfolgung bis zum Abschluss — durch digitale Werkzeuge zu ersetzen und zu automatisieren. Ziel ist ein durchgängiger, datengestützter Vertriebsprozess, der Transparenz, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit schafft.
82 % der KMU im DACH-Raum betrachten die digitale Transformation als überlebenswichtig, so eine Metastudie zur Digitalisierung in KMU (2024). Doch 71 % derselben Unternehmen haben keine klar definierte Digitalisierungsstrategie — schon gar nicht für den Vertrieb. Die Folge: Vertriebsmitarbeiter verbringen laut dem Salesforce State of Sales Report (2024) 70 % ihrer Arbeitszeit mit Administration statt mit Verkaufen. Das ist kein Effizienzproblem — das ist ein strategisches Defizit.
Das Wichtigste in Kürze
- Strategische Lücke: 82 % der KMU sehen Digitalisierung als überlebenswichtig, doch 71 % haben keine klare Strategie — der Vertrieb bleibt analog.
- 4 Säulen: CRM-System, Automatisierung, Reporting und Integration bilden das Fundament eines digitalisierten Vertriebs.
- Messbarer Effekt: Unternehmen mit CRM berichten von durchschnittlich 29 % mehr Umsatz und 34 % höherer Produktivität im Vertrieb.
Dieser Artikel zeigt die typischen Digitalisierungsdefizite in KMU-Vertriebsteams, die vier Säulen einer erfolgreichen Vertriebsdigitalisierung und ein konkretes Praxisbeispiel mit Salesforce. Für eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einführung eines CRM-Systems empfehlen wir unseren Leitfaden zur CRM-Einführung.
Warum Digitalisierung im Vertrieb kein Trend, sondern Pflicht ist
Gartner prognostizierte 2020, dass bis 2025 80 % aller B2B-Interaktionen über digitale Kanäle laufen — eine Entwicklung, die sich bestätigt hat. Laut McKinsey nutzen B2B-Käufer heute durchschnittlich zehn verschiedene Kanäle im Kaufprozess — doppelt so viele wie 2016. Über 75 % der Käufer und Verkäufer bevorzugen inzwischen digitale und Remote-Interaktionen gegenüber persönlichen Treffen.
Für KMU bedeutet das: Wer seinen Vertrieb nicht digitalisiert, verliert nicht nur Effizienz — sondern den Anschluss an die Erwartungen seiner Kunden.
Die Zahlen aus dem DACH-Raum
Der KfW-Digitalisierungsbericht 2024 zeigt: Nur 35 % der deutschen Mittelständler haben zuletzt Digitalisierungsprojekte durchgeführt — und das trotz steigender Investitionsbereitschaft. Laut Bitkom (2024) sehen sich 56 % der KMU mit 20–499 Mitarbeitenden selbst als digitale Nachzügler. In der Schweiz ist das Bild ähnlich: Laut der KOF-Studie der ETH Zürich ziehen rund 60 % der Schweizer KMU keinen Wettbewerbsvorteil aus ihren Digitalisierungsmassnahmen.
Der Vertrieb ist dabei oft der letzte Bereich, der digitalisiert wird. Produktion, Buchhaltung und Marketing bekommen digitale Werkzeuge — das Vertriebsteam arbeitet weiter mit Excel, Outlook und persönlichen Notizen.
Typische Digitalisierungsdefizite im KMU-Vertrieb

In unseren Kundenprojekten sehen wir immer wieder dieselben Muster bei KMU, die ihren Vertrieb noch nicht digitalisiert haben:
1. Keine zentrale Kundendatenbank
Kontakte liegen verstreut: im Outlook des Verkäufers, in einer Excel-Tabelle auf dem Server, auf Visitenkarten im Schreibtisch. Wenn ein Mitarbeiter krank wird oder das Unternehmen verlässt, gehen Kundenbeziehungen verloren. Wie Sie eine Kundendatenbank professionell aufbauen, beschreiben wir in einem separaten Leitfaden.
2. Manuelle Lead-Nachverfolgung
Ein Interessent füllt das Kontaktformular aus — und dann? Ohne digitalen Prozess liegt es am einzelnen Mitarbeiter, ob und wann er sich meldet. Laut einer Studie in Harvard Business Review (Analyse von 1,25 Millionen Leads) sind Unternehmen, die innerhalb einer Stunde antworten, siebenmal wahrscheinlicher in der Lage, den Lead zu qualifizieren — verglichen mit Unternehmen, die auch nur eine Stunde länger warten. Die durchschnittliche Antwortzeit über alle Branchen: 42 Stunden.
3. Keine Pipeline-Transparenz
Die Geschäftsleitung fragt: „Wie viel Umsatz erwarten wir nächsten Monat?” Ohne digitales Pipeline-Management beginnt eine aufwendige Recherche — E-Mails durchsuchen, Kollegen befragen, Tabellen zusammenführen. Die Antwort kommt spät und ist unzuverlässig. Unternehmen mit digitalem Pipeline-Management berichten von bis zu 42 % besserer Forecast-Genauigkeit.
4. Zeitfresser Administration
Laut dem Salesforce State of Sales Report (5th Edition, 2022) verbringen Vertriebsmitarbeiter nur 28 % ihrer Arbeitszeit mit dem eigentlichen Verkaufen. Der Rest — 72 % — geht für Dateneingabe, Meeting-Vorbereitung, interne Abstimmung und CRM-Pflege verloren. Das bedeutet: Ihr bestbezahltes Team arbeitet drei Viertel des Tages nicht an dem, wofür Sie es eingestellt haben.
5. Kein Reporting, keine Lernkurve
Welche Kanäle bringen die besten Leads? Wie lang ist der durchschnittliche Verkaufszyklus? Welche Angebote werden am häufigsten abgelehnt — und warum? Ohne digitale Erfassung bleiben diese Fragen unbeantwortet. Verbesserungen passieren durch Zufall statt durch Daten. Einen umfassenden Vergleich digitaler Lösungen für dieses Problem bietet unser Vertriebssoftware-Vergleich.
Die 4 Säulen der Vertriebsdigitalisierung

Vertrieb digitalisieren ist kein IT-Projekt — es ist eine organisatorische Transformation. In unserer Erfahrung ruht sie auf vier Säulen:
Säule 1: CRM-System als zentrale Datenbasis
Ein CRM-System ist das Fundament. Es zentralisiert Kontakte, Verkaufschancen, Kommunikationshistorie und Aufgaben an einem Ort — zugänglich für das gesamte Team. Statt fragmentierter Datensilos entsteht eine „Single Source of Truth”.
Was ein CRM im Vertriebsalltag verändert:
- Zentrale Kontaktverwaltung: Alle Kundendaten an einem Ort, nicht in fünf verschiedenen Excel-Tabellen
- Pipeline-Management: Jede Verkaufschance hat eine Phase, einen erwarteten Wert und einen klar definierten nächsten Schritt
- Kommunikationshistorie: E-Mails, Anrufe und Meetings werden automatisch dem richtigen Kontakt zugeordnet
- Zugriffsrechte: Das Team sieht, was es sehen soll — nicht mehr und nicht weniger
Für einen umfassenden Überblick über Kundenmanagement-Methoden und den Weg vom manuellen Prozess zum professionellen System empfehlen wir unseren Kundenmanagement-Leitfaden.
Säule 2: Automatisierung von Routineaufgaben
Laut HubSpot (2024) spart Vertriebsautomatisierung im Durchschnitt 2 Stunden und 15 Minuten pro Tag — Zeit, die direkt ins Verkaufen zurückfliesst.
Was sich automatisieren lässt:
- Follow-up-Erinnerungen: Wenn eine Opportunity 3 Tage ohne Aktivität bleibt, erhält der Mitarbeiter automatisch eine Aufgabe
- Lead-Zuweisung: Neue Leads werden nach Gebiet, Branche oder Umsatzpotenzial automatisch dem richtigen Mitarbeiter zugewiesen
- E-Mail-Vorlagen: Wiederkehrende Kommunikation (Angebots-Follow-up, Terminbestätigung, Onboarding) wird standardisiert
- Aufgabenerstellung: Bei Phasenwechsel einer Opportunity werden automatisch die nächsten Schritte erstellt
Der Schlüssel liegt in der Priorisierung: Nicht alles gleichzeitig automatisieren, sondern mit den drei grössten Zeitfressern starten. In unseren Kundenprojekten sind das meistens Follow-up-Erinnerungen, Lead-Zuweisung und Aufgabenerstellung.
Säule 3: Reporting und datengestützte Steuerung
Ohne Daten kein Fortschritt. Ein digitalisierter Vertrieb liefert Antworten auf Fragen, die bisher Bauchgefühl erforderten:
| Frage | Ohne Digitalisierung | Mit CRM-Reporting |
|---|---|---|
| Wie viel Umsatz erwarten wir nächsten Monat? | „Müsste ich nachfragen” | Pipeline-Forecast in Echtzeit |
| Welcher Kanal bringt die besten Leads? | „Gefühlt Messen” | Konversionsrate pro Lead-Quelle |
| Wie lang ist unser Verkaufszyklus? | „Zwischen 2 Wochen und 3 Monaten” | Exakter Median mit Verteilung |
| Wer im Team braucht Coaching? | „Bauchgefühl” | Aktivitäts- und Abschlussraten pro Mitarbeiter |
Laut Salesforce State of Sales (2024) vertrauen nur 35 % der Vertriebsprofis vollständig den Daten ihres Unternehmens. Das ist ein Problem — denn datengestützte Entscheidungen setzen Vertrauen in die Datenqualität voraus. Ein sauber konfiguriertes CRM löst dieses Vertrauen ein.
Säule 4: Integration bestehender Werkzeuge
Digitalisierung bedeutet nicht, alles zu ersetzen — sondern alles zu verbinden. Die wichtigsten Integrationen:
- E-Mail (Outlook / Gmail): Eingehende und ausgehende E-Mails werden automatisch dem richtigen Kontakt im CRM zugeordnet
- Kalender: Meetings erscheinen als Aktivitäten auf dem Kundendatensatz
- ERP-System: Rechnungsdaten, Lieferstatus und Auftragshistorie fliessen ins CRM — der Vertrieb sieht die vollständige Kundenhistorie
- Marketing-Tools: Leads aus dem Marketing werden nahtlos an den Vertrieb übergeben — mit vollständiger Interaktionshistorie
Praxisbeispiel — Vertriebsdigitalisierung mit Salesforce

Wie sieht die Vertriebsdigitalisierung konkret aus? Ein typisches Szenario, wie wir es in ähnlicher Form regelmässig bei DACH-KMU umsetzen:
Ausgangslage: Ein Schweizer B2B-Dienstleister mit 12 Vertriebsmitarbeitern verwaltet rund 800 aktive Kunden und Interessenten. Die Daten verteilen sich auf individuelle Excel-Tabellen, Outlook-Kontakte und eine gemeinsame Netzwerkfreigabe. Leads aus der Website landen im allgemeinen Postfach — wer sich meldet, ist Zufall. Die Geschäftsleitung hat keine Pipeline-Übersicht und kann den Monatsumsatz erst am Monatsende beziffern.
Die Transformation in vier Schritten:
Schritt 1: Prozesse analysieren und abbilden
Bevor ein Tool eingeführt wird, wird der bestehende Verkaufsprozess dokumentiert: Vom Erstkontakt über die Qualifizierung, Angebotserstellung und Verhandlung bis zum Abschluss. Jede Phase bekommt klare Kriterien — wann wird ein Lead zu einer Opportunity? Ab welchem Betrag braucht es eine Genehmigung?
Schritt 2: Daten konsolidieren und bereinigen
Alle bestehenden Kundendaten werden aus Excel, Outlook und dem ERP zusammengeführt, bereinigt und dedupliziert. Erfahrungsgemäss enthält dieser Schritt die grössten Überraschungen — und den grössten Aufwand. Wann genau Excel an seine Grenzen stösst, beschreiben wir in unserem Artikel zu den Grenzen der Kundenverwaltung mit Excel.
Schritt 3: CRM konfigurieren und automatisieren
Salesforce wird auf den dokumentierten Verkaufsprozess zugeschnitten:
- Pipeline mit 5 Phasen: Erstkontakt → Qualifizierung → Angebot → Verhandlung → Abschluss
- 3 Automatisierungen: Lead-Zuweisung, Follow-up-Erinnerung, Phasenwechsel-Aufgabe
- 2 Dashboards: Pipeline-Übersicht für die Geschäftsleitung, Aktivitäten-Dashboard für das Vertriebsteam
- Outlook-Integration: E-Mails werden automatisch dem richtigen Kontakt zugeordnet
Schritt 4: Team schulen und Go-Live begleiten
Jeder Mitarbeiter erhält eine praxisbezogene Schulung mit echten Daten — „So sieht Ihr Montagmorgen in Salesforce aus”. Ein CRM-Champion im Team dient als erste Anlaufstelle für Fragen. In den ersten zwei Wochen nach Go-Live steht ein externer Ansprechpartner bereit.
Typische Ergebnisse nach den ersten Monaten:
- Deutlich weniger verlorene Leads durch automatisierte Nachverfolgung
- Erstmals verlässliche Pipeline-Prognose auf Knopfdruck
- Kürzere Verkaufszyklen — laut Nucleus Research verkürzt allein der zentrale Datenzugriff den Verkaufszyklus um 8–14 %
- Spürbar mehr Verkaufszeit pro Mitarbeiter, weil Routineaufgaben automatisiert ablaufen

Checkliste: Ist Ihr Vertrieb bereit für die Digitalisierung?
Beantworten Sie diese fünf Fragen ehrlich. Wenn zwei oder mehr mit „Ja” beantwortet werden, ist der Zeitpunkt für die Digitalisierung gekommen:
- Leads gehen verloren, weil niemand systematisch nachfasst?
- Die Geschäftsleitung hat keine Echtzeit-Übersicht über die Pipeline?
- Kundendaten liegen in mehr als zwei verschiedenen Systemen (Excel, Outlook, ERP)?
- Vertriebsmitarbeiter verbringen mehr Zeit mit Administration als mit Verkaufen?
- Neue Mitarbeiter brauchen Wochen, um sich in die Kundenhistorie einzuarbeiten?
Nächster Schritt: Ihren Vertrieb digitalisieren
Sie verwalten Ihre Kunden noch in Excel oder Outlook? Unser Salesforce Quick Start bringt Sie in 30 Tagen von der Tabelle zum professionellen CRM — inklusive Datenmigration, Konfiguration und Team-Schulung. Ab CHF 5’000.
Statt eines klassischen Implementierungsprojekts (CHF 30’000–80’000, 3–6 Monate) liefern wir das Wesentliche in 30 Tagen. Und wenn Ihr Team nach 30 Tagen nicht produktiv arbeitet? Dann bleiben wir dran — ohne Mehrkosten.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Vertrieb digitalisieren?
Vertrieb digitalisieren bedeutet, manuelle Verkaufsprozesse — von der Lead-Erfassung über die Angebotsverfolgung bis zum Abschluss — durch digitale Werkzeuge zu ersetzen und zu automatisieren. Ziel ist ein durchgängiger, datengestützter Vertriebsprozess, der Transparenz, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit schafft.
Warum sollten KMU ihren Vertrieb digitalisieren?
Laut dem Salesforce State of Sales Report verbringen Vertriebsmitarbeiter nur 28 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem eigentlichen Verkaufen. Der Rest geht für Administration, Dateneingabe und interne Abstimmung verloren. Digitale Werkzeuge automatisieren diese Routineaufgaben und geben dem Team Zeit für das Wesentliche zurück.
Welche Tools braucht ein KMU für die Vertriebsdigitalisierung?
Die Basis bildet ein CRM-System wie Salesforce, das Kontakte, Pipeline und Reporting zentralisiert. Darauf aufbauend kommen Automatisierungstools für Follow-ups und Aufgaben, E-Mail-Integration für die Kommunikationshistorie und Reporting-Dashboards für die Vertriebssteuerung.
Was kostet die Digitalisierung des Vertriebs?
CRM-Lizenzen beginnen bei 25 USD pro Nutzer und Monat (Salesforce Starter Suite). Die Implementierung kostet zwischen CHF 5'000 für einen begleiteten Quick Start und CHF 30'000 bis 80'000 für ein klassisches Beratungsprojekt. Laut Nucleus Research bringt jeder in CRM investierte Dollar durchschnittlich 3,10 Dollar Ertrag.
Wie lange dauert die Digitalisierung des Vertriebs?
Mit einem fokussierten Ansatz wie dem Salesforce Quick Start ist ein Vertriebsteam in 30 Tagen produktiv im neuen System. Ein klassisches Implementierungsprojekt dauert 3 bis 6 Monate. Entscheidend ist, mit dem Wesentlichen zu starten und schrittweise zu erweitern.